
Die Bouba–Kiki-Aufgabe
Die Bouba–Kiki-Aufgabe misst die Klang-Form-Entsprechung, indem untersucht wird, wie Menschen unbekannte Wörter mit visuellen Formen assoziieren. Sie wird häufig in der kognitiven Psychologie und der Linguistikforschung verwendet, um Wahrnehmung, Sprachverarbeitung und multisensorische Integration zu studieren.
Inhaltsverzeichnis
Aufgabenformat | Bouba-Kiki-Aufgabe Online & im Labor
In der Bouba–Kiki-Aufgabe werden den Teilnehmern ein neues Wort und zwei abstrakte Formen präsentiert, und sie werden gebeten zu entscheiden, welche Form am besten mit dem Wort übereinstimmt. Die Aufgabe soll intuitive Klang-Form-Assoziationen erfassen, anstatt gelernten semantischen Bedeutungen. Die Sitzung beginnt mit einem kurzen Übungsblock, um die Teilnehmer mit dem Antwortformat vertraut zu machen, bevor die Hauptversuche durchgeführt werden.
Zwei Versionen der Bouba-Kiki-Aufgabe sind verfügbar, die jeweils für den verwendeten Gerätetyp und die Eingabemethode optimiert sind:
Desktop-Version
In der Desktop-Version wird ein Wort oben auf dem Bildschirm angezeigt, während zwei abstrakte Formen nebeneinander am unteren Ende angezeigt werden. Die Teilnehmer antworten mit der Tastatur, indem sie A drücken, um die linke Form auszuwählen, oder L, um die rechte Form auszuwählen. Den Teilnehmern wird geraten, ihre Finger auf den entsprechenden Tasten zu lassen, um schnell zu reagieren. Ein Übungsblock geht der Hauptaufgabe voraus.
Mobile Version
In der mobilen Version werden das Wort und die Formen im selben Layout angezeigt. Die Teilnehmer reagieren, indem sie direkt auf die Form tippen, von der sie glauben, dass sie am besten mit dem präsentierten Wort übereinstimmt. Diese Version ist für die Interaktion mit Touchscreens optimiert und beinhaltet Übungsversuche, bevor die Hauptaufgabe beginnt.
Bouba-Kiki-Aufgabe: Gesammelte Daten & Metriken
Die Bouba–Kiki-Aufgabe erfasst eine Reihe von verhaltensbezogenen Messungen, die zeigen, wie Einzelpersonen Klänge mit visuellen Formen assoziieren, was die crossmodale Entsprechung und die Effekte der Klangsymbolik widerspiegelt. Die erfassten Variablen ermöglichen es den Forschern, Wahlmuster, Reaktionszeiten, Genauigkeit, wo anwendbar, und versuchspezifische Merkmale zu bewerten, die das perceptuelle Matching beeinflussen können. Diese Messungen helfen, die Konsistenz von Klang-Form-Assoziationen und die Stärke der crossmodalen Integration zu quantifizieren. Alle Variablen können im Variablen-Tab der Aufgabe angezeigt und angepasst werden.
Nachfolgend sind Beispiele für Variablen aufgeführt, die in der Labvanced-Version der Bouba-Kiki-Aufgabe gesammelt wurden:
| Variablenname | Beschreibung |
|---|---|
Task_Name | Erfasst den Namen der spezifischen Aufgabe des Versuchs |
Answer | Erfasst die Antwort des Teilnehmers (Wenn Computer-Version: Taste, die der Teilnehmer in diesem Versuch gedrückt hat (A/L). Wenn mobile Version: Bild, das angeklickt wurde (Ziel-Form/Nicht-Ziel-Form)) |
Choice_shape | Die Form, die der Teilnehmer in einem Versuch gewählt hat |
non-target image name | Der Dateiname des nicht-Zielbildes, das im Versuch präsentiert wird |
reaction time | Zeit, die der Teilnehmer benötigt, um zu antworten (z.B. A/L drücken) in einem Versuch |
target image name | Der Dateiname des Zielbildes, das im Versuch präsentiert wird. |
text_presented | Das Wort, das in einem Versuch präsentiert wird |
bouba-bouba_avg_RT | Durchschnittliche RT für Bouba-Wort + Bouba-Form-Übereinstimmungen |
kiki-kiki_avg_RT | Durchschnittliche RT für Kiki-Wort + Kiki-Form-Übereinstimmungen |

Datentabelle mit individuellen Trial-Level-Ausgaben aus der Online-Bouba-Kiki-Aufgabe in Labvanced.
In diesem Experiment werden zwei Formen und ein Wort präsentiert. Der Teilnehmer muss eine der beiden Formen auswählen, die als die beste Übereinstimmung mit dem präsentierten Wort gilt.
Technologie, die die Bouba-Kiki-Aufgabe für Online- und Laborsch 연구 vorantreibt
Die Bouba–Kiki-Aufgabe erfordert eine flexible Stimulusbehandlung, multimodale Präsentation und zuverlässige Antwortaufzeichnung. Labvanced bietet die technische Infrastruktur, die erforderlich ist, um diese Anforderungen in verschiedenen Studiendesigns zu unterstützen.
Multimodale Stimuluspräsentation: Visuelle Formen, geschriebene Texte und Audio-Stimuli können innerhalb des gleichen Versuchs kombiniert werden. Dies ermöglicht den Forschern, Wörter visuell, auditiv oder beides zu präsentieren, abhängig vom experimentellen Design.
Flexible Eingabesammlung über Geräte hinweg: Antworten können über Tastatureingaben auf Desktop-Geräten oder direkte Berührungsauswahl auf mobilen Geräten gesammelt werden. Die gleiche Aufgabenlogik kann wiederverwendet werden, während die Benutzeroberfläche an die verfügbare Eingabemethode angepasst wird.
Desktop-App-Unterstützung für kontrollierte Studien: Für laborbasierte Experimente, die präzises Timing oder Integration mit externen Hardware erfordern, kann die Aufgabe mit der Labvanced-Desktop-App bereitgestellt werden. Dies unterstützt die Kompatibilität mit EEG- oder anderen LSL-basierten Systemen.
Remote- und longitudinale Bereitstellung: Die Aufgabe kann fernübertragen und über mehrere Sitzungen wiederholt werden, wodurch sie sich für longitudinale Studien eignet, die Stabilität oder Veränderungen in perceptuellen Assoziationen im Laufe der Zeit untersuchen.
Optionale Integration von Webcam-Eye-Tracking: Die Aufgabe kann mit webcam-basiertem Eye-Tracking kombiniert werden, um visuelle Aufmerksamkeit, Fixationsmuster und Entscheidungsprozesse während der Formauswahl zu analysieren.
Webcam Eye-Tracking
Erfassung von Blickmustern und visueller Aufmerksamkeit mit integriertem, codefreiem und begutachteten Webcam-Eye-Tracking.
Timing-Genauigkeit
Erfassen Sie Reaktionszeiten, Aufgabenleistungen und mehr mit Millisekunden-Genauigkeit für zeitkritische Aufgaben.
Desktop-App
Führen Sie Laborstudien mit der Desktop-App durch, die mit EEG und anderer LSL-verbundener Laborhardware kompatibel ist.
Anpassung der Bouba-Kiki-Aufgabe
Es gibt viele Möglichkeiten, die Bouba-Kiki-Aufgaben-Vorlage anzupassen, um spezifische Forschungsfragen zu beantworten. Nachfolgend sind einige Themen aufgeführt, die Forscher häufig ansprechen, wenn es darum geht, diese Aufgabe zu modifizieren.
Form- und Stimulusdesign
Abstrakte Formen werden als visuelle Objekte implementiert, die im Editor direkt ersetzt oder bearbeitet werden können. Forscher können die Formkomplexität, den Rand, die Größe oder die Hintergrundfarbe über das Panel Objekteigenschaften ändern.
Wort- und Audiokonfiguration
Neue Wörter können als Textobjekte oder Audiodateien präsentiert werden. Audio-Stimuli können hochgeladen und den Versuchen zugeordnet werden, wodurch eine präzise Kontrolle über Aussprache, Timing und Wiederholung möglich ist. Audios können über die Audiooption der Medienobjekte hinzugefügt werden.
Bedingungslogik und Versuchvariationen
Verschiedene phonetische Kontraste oder Formkombinationen können durch Versuchsbedingungen definiert werden. Diese Bedingungswerte werden zur Laufzeit gelesen, um zu bestimmen, welche Stimuli in jedem Versuch präsentiert werden. Sie können immer das Beste aus dem Versuchs- und Bedingungen-Panel herausholen.
Antwortbehandlung und Versuchsablauf
Die Auswahl der Teilnehmer wird durch Klicks, Taps oder Tastendrücke erfasst und mithilfe der Ereignislogik ausgewertet. Forscher können modifizieren, wie Antworten während der Bouba-Kiki-Aufgabe (unabhängig davon, ob sie online oder im Labor durchgeführt wird) protokolliert werden, wie versäumte Antworten behandelt werden und wie die Versuche fortschreiten, alles über das Ereignissystem. Ändern Sie einfach die Trigger oder Aktionen, die auf Ihre Bedürfnisse zugeschnitten sind.
Wenn Sie Hilfe bei der Anpassung dieser Aufgabe benötigen, zögern Sie bitte nicht, uns zu schreiben und zu fragen:
Empfohlene Verwendung und Anwendungen der Bouba-Kiki-Aufgabe
Die Bouba–Kiki-Aufgabe wird in verschiedenen Forschungsbereichen, sowohl online als auch im Labor, häufig verwendet, um Wahrnehmung, Sprache und multisensorische Verarbeitung zu untersuchen.
Forschung zur Wahrnehmung und multisensorischen Integration: Häufig verwendet, um zu untersuchen, wie auditorische und visuelle Merkmale integriert werden und wie sensorische Entsprechungen entstehen.
Studien zur Sprache und phonetischen Verarbeitung: Angewendet, um zu überprüfen, wie phonetische Merkmale wie Konsonantensscharfheit oder Vokalqualität perceptuelle Assoziationen beeinflussen.
Entwicklungsforschung: Verwendet mit Kindern und Erwachsenen, um zu untersuchen, wann Klang-Form-Entsprechungen entstehen und wie sie sich über die Entwicklung verändern.
Kulturübergreifende und sprachliche Studien: Oft eingesetzt, um Wahrnehmungszuordnungen über Sprachen und kulturelle Kontexte hinweg zu vergleichen.
Neurokognitive und Gehirnforschungsstudien: In Studien enthalten, die die neuronalen Mechanismen der crossmodalen Wahrnehmung und symbolischen Zuordnung untersuchen.
Referenzen
Passi, A., & Arun, S. P. (2024). Der Bouba–Kiki-Effekt wird durch Klangmerkmale, aber nicht durch Sprachmerkmale vorhergesagt. Attention, Perception, & Psychophysics, 86(3), 976-990.
Piller, S., Senna, I., & Ernst, M. O. (2023). Visuelle Erfahrungen formen den Bouba-Kiki-Effekt und die Gewicht-Größe-Illusion bei der Sichtwiederherstellung nach kongenitaler Blindheit. Scientific Reports, 13(1), 11435.